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  • Format
    Film
  • Starttermin
  • Originaltitel
    Suspiria
5/10
von heisenberg

Kritik

Bei “Suspiria“ ist man wirklich hin- und hergerissen. Zum Teil ist der Soundtrack genial und auch so manche Kamerafahrt ist ihrer Zeit weit voraus. Dann wiederrum sind viele schauspielerischen Leistungen in Todessszenen oder in hysterischen Anfällen geradezu lächerlich überzogen, aber typisch für damals. Leider in fast allen Horrorfilmen greift sich die zu Tode erschrockene, mit weit aufgerissenen Augen, mit ihren Händen an den weit aufgerissenen Mund und ein wahrer Todesschrei ertönt, den man Gott sei Dank, seit Anfang der 80er nicht mehr zu hören bekommt. Da setzt bei mir immer das Fremdschämen ein und ich frage mich warum ich mir so etwas überhaupt antue? Und mir wird wieder klar dass ich diese alten Streifen mit einem anderen Maß zu messen habe.

So dann auch bei “Suspiria“ und ich hoffte die Handlung würde mich noch froh stimmen und zu überzeugen wissen. Was auch teils gelingt und teils auch einfach nur enttäuscht. Zwar wird diese fleißig voran gesponnen, doch ist die Art der Erzählweise heute nicht mehr interessant und verschenkt wertvolles Potential. Zu früh erfährt man um was es am Ende eigentlich geht. So wird einem das Überraschungsmoment genommen. Eine wirkliche Aufklärung wieso, weshalb, warum, fehlt am Ende. Dies muss, wenn überhaupt möglich, aus den wenigen interessanten Dialogen zusammen gesucht werden.

In den siebziger Jahren glänzten Horrorfilme mehr mit dem was nicht zu sehen ist und das war auch gut so. Wenn etwas einfach technisch nicht möglich ist, sollte man lieber darauf verzichten. Ansonsten wird es schnell lächerlich. Hier kratz “Suspiria“ an ein zwei Stellen knapp am trash vorbei. So konnte ich die Pappmasche-Schnauze eines Schäferhundes noch verzeihen, so viel mir das bei der Fledermaus schon bedeutend schwerer. Ich hätte auf diese Szene dann doch lieber verzichtet. Naja, damals wirkte sie vermutlich verdammt echt.

Wie ich bereits erwähnte viel mir der Soundtrack positiv auf, der durch einfache Melodien und leichtem Hintergrundgesang die richtige Stimmung erzeugt. Dazu spielt Regisseur Dario Argento wunderbar mit Farben und schafft es so einen leicht psychedelischen Effekt zu erzeugen.

Fazit

Der Soundtrack von “Suspiria“ ist klasse und reißt, in Verbindung mit dem Farbenspiel, für den Film so einiges raus. Die Story ist in Ordnung, nur die Erzählweise gefiel mir nicht wirklich, ist aber typisch 70er Jahre. Abgesehen von den dramaturgischen Szenen sind die Darbietungen der Schauspieler/innen ok bis gut. Ein alter Schinken, der aber zu den besseren seiner Zeit gezählt werden kann.

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