Bisher 52.258 Einträge zu Filmen, Serien, Darstellern ...

poster
  • Format
    TV-Serie
  • Starttermin
  • Originaltitel
    Star Trek: Discovery
8/10
von heisenberg

Kritik

Wenn eine neue Star Trek Serie das Licht der Welt erblickt, ist es mehr als verständlich das sich viele an der neuen Serie stoßen. Kostüme, Rassen, Raumschiff. Alles wird verändert, wird modernisiert. Wenn man sich überlegt das die letzte Serie “Enterprise“ bereits seit 10 Jahren eingestellt ist, wer kann das dann verdenken? Ich jedenfalls nicht.
Mode kommt und Mode geht. Gestern trugen in “TNG“ alle noch Strampler mit Rang unterschiedlichen Farben, und heute Sportanzüge mit silbernen oder goldenen Längsstreifen. Wen stört es? Mich nicht! Ist halt Mode und solange keiner dort auf die Idee kommt Obst auf dem Kopf zu tragen, kann ich bestens damit leben.
Am Anfang, die ersten zwei Folgen zumindest, viel es mir schwer mit dem Hauptcharakter “Michael Burnham“ warm zu werden. Sie wirkte eingebildet und Arrogant. Dieser Eindruck legte sich dann aber rasch, da ihre Art an ihrer vulkanischen Erziehung zu liegen scheint und wichtig für die anfängliche Handlung. Durch ihre vulkanische „Prägung“ bin ich bereits sehr gespannt auf ihre mögliche Charakterentwickeln. Und wollen wir es nicht Außeracht lassen; bestreitet hier Star Trek neue Wege. Wurde mit Captain Janeway bei “Voyager“ zum ersten Mal ein weiblicher Hauptcharakter gewählt, so ist die attraktive Sonnequa Martin-Green – vielen sicher aus The Walking Dead bekannt – der erste schwarze Hauptcharakter. Auch ein typisches Zeichen dafür das Star Trek mit der Zeit gehen will und sich selber modernisiert. So kann an dieser Stelle auch gleich der erste homosexuelle Kuss vermeldet werden. Ja, wer hätte das gedacht? Klar nach ihrer Devise tun auch gleichgeschlechtliche Paare ihren Dienst in der Sternenflotte. Wurde auch Zeit das dies zur Sprache kommt. Ich fand es gut, Weltoffen und erfrischend ehrlich.
Kommen wir zu den Rassen, oder explizit zu den Klingonen. Ja, genau hier ist wohl der größte Anstoß zu finden. So haben wir alle das Aussehen von einem Lieutenant Worf aus “The Next Generation“ vor Augen: Stirnpanzer und dunkles Haar. Immer grimmiger Blick aber sonst ein netter Kerl (Worf ist ja auch halb Mensch). Aber nicht so bei “Discovery“. Hier tragen die Klingonen polierte Schädel und einen noch prächtigeren Stirnpanzer. Warum diese äußerliche Veränderung? Alternative Zeitlinie oder der in anderen Serien erwähnte klingonische Gendefekt? Hm, zumindest in der Originalserie mit James T. Kirk – diese spielt 10 Jahre in der Zukunft – haben die Klingonen (diese erinnern mich in “TOS“ jedes Mal an Dschingis Kahn) Haare statt einer Bowlingkugel. Warten wir es ab, hier wäre doch ein schöner Plot für “Discovery“ möglich und wäre sträflich diesen nicht zu bringen.
Kam eine neue Serie war ich immer gespannt, wie sieht das neue Raumschiff aus? Hier wurde die Discovery der späteren Enterprise nachempfunden. Oder müsste es eher heißen die Enterprise beruht auf der Discovery? Schließlich spielt diese vor den glorreichen Zeiten von „Kirk“ und „Picard“. Sie besitzt zwei Gondeln und ebenso eine Untertassensektion. Von der Form ähnelt sie eher der aus “TNG“, verfügt aber über die klaren Kannten der von „Kirk“. Sie ist wohl das genialste Stück Technik das die Sternenflotte je hervor gebracht hat, aber wohl auch das gefährlichste. Denn wie ist es zu erklären dass ihr Sporen-Antrieb später nicht mehr verwendet wird und lieber auf den – im Vergleich zu ihrem – geradezu langsamen WARP-Antrieb gesetzt wird? Auch wieder eine schöne Möglichkeiten einen Plot zu spinnen, der sicherlich auch kommen wird.
Nun gut. Gefallen einem die Kostüme, die Charakter, Rassen und Raumschiffe, ist die perfekte Serie zum Greifen nahe. Wenn da nun nicht noch ein entscheidender Punkt fehlt: die Handlung. Ist die Handlung für’n Popo, dann macht auch das ganze drum herum gar keinen Sinn. Ist nun “Discovery“ langweilig wie das Kaffeekränzchen bei Oma oder fliegen einen Affen aus dem Hintern? Ich für meinen Teil fühle mich bestens unterhalten. Liebte ich als Kind die typische Erzählweise von Serien „Eine Folge, eine Handlung“, so möchte ich heute den roten Faden mit Folgen übergreifenden Handlungen nicht mehr missen und was ich bereits mit Freude bei “ENT“ erleben durfte, wird dies hier wieder praktiziert. Zwar gibt es auch hier Folgen die „Für sich“ stehen aber selbst da ist z.B. in Folge 7: „T=Mudd²“ ein würdiger Gegenspieler geformt worden, der sicherlich das ein oder andere mal auftauchen wird. Wer erinnert sich nicht schmunzelnd an den Playboy Mudd aus “Star Trek: TOS“? Was hab ich gefeiert als ich ihn in Folge 5: „Wähle deine Schmerz“ erkannte.

Fazit

Star Trek Discovery mag nicht für alle was sein. Sie beschreitet neue Wege, das lässt sich nicht von der Hand weisen. Aber wie sollte man auch sonst der heutigen Jugend Star Trek schmackhaft machen? Doch nicht etwa mit Captain Kirk der hinter jedem weiblichen Rock her war, ob außerirdisch oder nicht? Oder lieber mit Picard der nicht mal ein Furz gelassen hätte weil er damit evtl. gegen die oberste Direktive verstoßen hätte? Nein, hier sind die Charaktere so dass auch ein Jugendlicher heute in der Lage ist sich mit diesen zu identifizieren. Da findet man zum Glück keinen Stock im Rektum der das verhindert. Und so kommt frischer Wind in ein in die Tage gekommenes Serien-Francise (die Kinofilme haben es prima vor gemacht).
Aber nicht alles hat sich verändert und es kann ruhig aufgeatmet werden. Die Klingonen sind Streitlustig wie eh und je, die Vulkanier blasiert und arrogant. Die Föderation entwickelt gerade seinen Ehrenkodex und würde nur an seinen eigenen Regeln scheitern. Wenn das kein Grund ist hier eine Lanze für “DISC“ zu brechen, dann weiß ich auch nicht weiter …

Kommentare0

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.