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  • Format
    Film
  • Starttermin
  • Originaltitel
    It Follows
7/10
von heisenberg

Kritik

Die Idee hinter „It Follows“ von einem Geist verfolgt zu werden und sich von diesen nur lösen zu können in dem man mit jemandem Schläft, ist interessant. Besonders das Szenario auf die Spitze zu treiben, der Geist würde einen wieder verfolgen, sollte der „Nachfolger“ dem Geist nicht entrinnen, brachte meine Fantasie auf Trab.
Auch wenn ich in den ersten Minuten das Gefühl bekam der Film könnte über einige längen verfügen, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Der Wechsel zwischen ruhigen Szenen zu dramatisch Hochspannend wechseln rasant. Immer wieder fragt man sich ob die Person im Hintergrund wirklich ein unbeteiligter Statist ist oder ob es sich dabei um den Geist handelt. Wenn nun auch noch die Hauptfigur Jay abgelenkt bzw. sich das Geschehen von ihr unbemerkt im Hintergrund abspielt, wird dieses Szenario umso spannender. Bis zum letzten Moment stellt sich die Frage: Ja oder Nein? So bleibt der Zuschauer immer unter Strom und ist auf das gesamte Geschehen fokussiert.
In „It Follows“ wird das Gefühl des Verfolgt werden drastisch dargestellt und man bekommt einen winzig kleinen Einblick auf das was einem Menschen der an „Paranoider Schizophrenie“ leidet womöglich bei starken Schüben wiederfährt. Der Vergleich mag vermutlich etwas hinken aber in Extremfällen womöglich gar nicht so abwegig. Da kein anderer den Geist sehen kann, ist man alleine und kann auf Hilfe von außen nicht hoffen. Der Zuschauer aber beginnt selber wie Jay eine Paranoia zu entwickeln und beginnt hinter jedem den Geist zu vermuten.
Horrorfilme und Sex gehören zusammen wie Topf und Deckel. Doch nicht wie üblich ist der zum Tode verdammt der seine Jungfräulichkeit hergibt. Nein, Regisseur David Robert Mitchell dreht hier den Spieß einfach um. Hier ist es zwingend nötig, um den Fluch weiter zu geben, Verkehr zu haben. So könnte man den Fluch auch als Metapher für eine Art tödliche Geschlechtskrankheit ansehen.
Zum Ende hin fragt sich der Zuschauer allerdings wie der Fluch nun gebrochen werden kann. Und genau das wird nicht wirklich geklärt. Wieso glauben die Charaktere dass die angewendete Methode zum Erfolg führen könnte? Dies blieb mir ein Rätsel und sorgt eher beim Zuschauer für Kopfschütteln.
Das Finale dann selber ist schon wieder etwas versöhnlich und lässt Möglichkeiten für die bereits angekündigte Fortsetzung offen.

Fazit

Auch „It Follows“ hat seine Schwächen. Diese sind aber im Detail zu suchen und schaffen es nicht an meiner Meinung zu rütteln das „It Follows“ ein gelungener Independent-Streifen ist. Das was David Robert Mitchell bei einem Budget von 2 Millionen US-Dollar geschaffen hat geht einwandfrei unter die Haut. Ohne viel Firlefanz durch Kunstblut oder übertriebene Special-Effekts wurde ein Film geschaffen, der ein noch lange nach Filmende verfolgt.

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