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  • Format
    Film
  • Starttermin
  • Originaltitel
    American Sniper
5/10
von heisenberg

Kritik

Zwei Dinge machten American Sniper zu seiner Zeit so erfolgreich und ließen die Kinokassen mächtig klingeln: Zum einen der unvergleichliche Patriotismus der Amerikaner, die förmlich nach einen neuen Helden lechzten und diesen in der realen Gestalt von Chris Kyle fanden und der Krieg im Irak, der hier als einzige Lösung propagiert wird.
In American Sniper ist Regisseur Clint Eastwood sehr darum bemüht das Bild von Chris Kyle möglichst positiv darzustellen und nicht den „Helden“ zu hinterfragen. Natürlich war dies auch nicht wirklich anders zu erwarten, schließlich behandelt der Film die „Lebensgeschichte“ von Chris Kyle. Doch man sollte nicht vergessen dass selbst seine gleichnamige Biografie, auf dem eben dieser Film beruht, bereits vor den Dreharbeiten als Kontrovers bezeichnet wurde. Kontrovers weil nachweislich Chris Kyle in seiner Autobiografie gelogen hatte und sich besser hinstellte als es eigentlich zutraf. So geht es dann in der Verfilmung munter weiter in der Eastwood seinen Charakter weiter ausschmückt. Wie z.B. der obligatorische Showdown in Westernmanier mit einem feindlichen Scharfschützen hat es niemals gegeben. Den irakischen Scharfschützen schon, aber der und Chris Kyle sind sich niemals begegnet.
Am Ende bleibt von der Wahrheit nicht mehr viel übrig, aber so verkauft sich die Biografie halt noch etwas besser.
Mal abgesehen von dem vorher geschriebenen ist American Sniper gar nicht mal so schlecht und schafft es einen mitzuziehen. Die Geschichte erzählt seine Entscheidung dem Militär beizutreten, zeigt seine Einsätze im Irak und man beobachtet wie im Laufe der Zeit immer mehr von seiner Seele verloren geht. Und hier hätte Eastwood dem ganzen mehr tiefe verleihen können. Offensichtlich leidet Kyle irgendwann am Golfkriegssyndrom, was in einer kurzen Sequenz gezeigt wird. Für mich persönlich einfach zu wenig und vom Regisseur genauso gewollt. Denn hier hätte man ansonsten einen Schatten, nicht nur über den strahlenden Helden, sondern auch über den unverzichtbaren Krieg gelegt. Einfach schwach aber das macht dann auch meine harte Bewertung des Films aus. Leider!

Fazit

Man kann American Sniper gerne mal ansehen, doch um den Film zu lieben muss man wohl Amerikaner mit ausgeprägtem Patriotismus sein. Eastwood hat hier einen guten Spielfilm erschaffen, mehr aber auch nicht. Der Wahrheitsgehalt liegt vermutlich bei 50%, schimpft sich aber weiterhin Biografie. Wen das nicht sonderlich stört, sondern einfach gerne mal etwas modernes Militär im Einsatz sehen will, ist hier gut beraten.

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