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Antichrist


8/10

Allgemeine Infos
Antichrist ist ein zwei Personen Kammerspiel und wurde 2009 in einem deutschen Wald gedreht. Inszeniert wurde der Film vom dänischen Regisseur Lars von Trier („Nymphomaniac“, „Dancer in the Dark“ oder „Breaking the Waves“). Antichrist wird wegen seiner expliziten Gewalt und Sexdarstellung oft auch als Skandalfilm betitelt.

Handlung
Nach dem Verlust des gemeinsamen Sohnes, zieht sich ein Ehepaar in die Abgeschiedenheit einer Waldhütte zurück. Er (Willem Dafoe, „Platoon“, „Spider-Man“ oder „Mississippi Burning“), von Beruf Therapeut, versucht Ihr (Charlotte Gainsbourg, „Melancholia“, „Nymphomaniac“ oder „Independence Day: Wiederkehr“) zu helfen über die traumatischen Ereignisse hinwegzukommen. Erst glaubt er sich mit ihr auf den richtigen Weg, doch bald ändert sich alles in Richtung Wahnsinn …

Meine Meinung
Antichrist wird von vielen als frauenfeindlich bezeichnet und ich gehöre zu denjenigen die diesem Film etwas Positives abgewinnen können. Ist es meine böse Natur, die mich dazu treibt? Antichrist ist ein Horror-Drama, der kunstvoll und in seiner Gesamtheit nahezu perfekt gemacht ist. Und Horror funktioniert am besten, wenn er langsam in den Köpfen aufgebaut wird, um einem am Ende das Fürchten gelehrt zu haben. Er ist sehr brutal, ohne wirklich zu splattern. Er ist mystisch, ohne wirklich etwas zu behaupten und einem als “Fertig“ zu servieren. Er zeigt explizite Sexszenen, männliche und weibliche Geschlechtsorgane und das ohne dabei pornografisch zu wirken. Er ist echter Horror, ohne das Böse zu definieren. Antichrist kommt gemächlich daher und wird plötzlich im letzten Drittel unglaublich spannend, dass Filme wie Sieben oder Das Schweigen der Lämmer daneben wie eine Gute Nacht Geschichte wirken. Wie zweifelhaft auch immer die eigentliche Aussage von Antichrist sein mag, sein Kunsthandwerk versteht Lars von Trier.

Mein Fazit
Was man auch über Antichrist denken mag, eines steht definitiv fest: Lars von Trier hat hier ein Künstlerisches modernes Meisterwerk geschaffen, dass vielen wohl zu undurchsichtig ist. Denn Antichrist lässt viel Platz für Interpretationen, wodurch man endlos über ihn diskutieren kann. Und gerade das macht ihn so Famos. Sehen zehn Menschen Antichrist, so sieht vermutlich jeder einen anderen Film. Er ist innovativ, überwältigend, verstörend. Aber allein schon wegen dem grandiosen Spannungsaufbau und dem “skandalösen“ Finale lohnt es sich dranzubleiben.

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